Das Ziel einer ganzheitlichen Menschenbildung

Waldorfpädagogik versteht sich als ganzheitlich und orientiert sich an der Saluto-Genese, um im bestmöglichen gesundheitsfördernden Sinne zu arbeiten.

Du bist gut, so wie du bist

Wir sehen es als unsere Aufgabe an, das Kind in seinen vielschichtigen Entwicklungsmöglichkeiten zu fördern. Dabei schauen wir mit liebevollem Blick auf die Individualität des Kindes. Wir wollen die Kinder dort abholen, wo sie gerade in ihrer jeweiligen Entwicklungsphase und Lebenssituation stehen und sie dabei unterstützend begleiten.

Im Mittelpunkt steht das Kind

Nachfolgend möchten wir Ihnen gerne die Grundpfeiler der Waldorfpädagogik erläutern:

Vorbild und Nachahmung

Das Kind nimmt über seine Sinne die ihn umgebenden Menschen und Dinge auf, um dann durch eigenes Tun und Üben das Aufgenommene umzugestalten und sich zu eigen zu machen. Das Kind bewegt sich in sinnvolle und sinnerfüllte Tätigkeiten der Erwachsenen ein und erst im stetigen Nachahmen eröffnet sich dem Kind nach und nach der Sinn einer Handlung. So ist die Nachahmung der Lernimpuls an dem sich kindliche Entwicklung vollzieht.

Die Erzieherin bringt lebenspraktische, häusliche, handwerkliche und künstlerische Tätigkeiten in solche Formen, dass die Kinder sie aktiv mitvollziehen können. Doch entscheidend für die Nachahmung ist die Art des Vorbildes. Das Vorbild ist in seine Tätigkeit ernsthaft vertieft und führt diese mit ganzem Bewusstsein aus. Nur wenn das Denken, Fühlen und Handeln im Vorbild eins ist, wird das Kind zur Nachahmung bereit sein. Die Nachvollziehbarkeit ist für das Kind wichtig, denn es will ja über das Nachahmen den Sinn des Tuns erfassen.

Ein gutes Vorbild zeichnet sich aber dadurch aus, dass es die Kinder in ihrer Nachahmung frei lässt und jedem Kind die Möglichkeit lässt, aus sich selbst heraus zu wählen, was es vom Vorbild nachahmen möchte.

So kommt das Kind über die Nachahmung und durch das gehende, sprechende, denkende Vorbild selbst zum Gehen, zum Sprechen und zum Denken. Der Erwachsene mit seiner inneren Haltung und seinem äußeren Verhalten wirkt als Vorbild. Deshalb legen wir großen Wert darauf, dass der Erwachsene sich selbst reflektiert, sich selbst erzieht.

Rhythmus und Wiederholung

In allen lebendigen Prozessen finden sich Rhythmen: Atem, Herzschlag, Tag und Nacht, Wechsel der Jahreszeiten. Rhythmus ist flexibel, nicht starr, er ist die Ruhe in der Bewegung. Er gibt uns Kraft und wirkt harmonisierend und gesundend. Im Kindergarten ist der Rhythmus für uns der Leitfaden, der uns durch den Tag und durch das Jahr an der Hand führt. Er schenkt uns Orientierung, Sicherheit und Atem.

Wie binden wir den Rhythmus in unseren Kindergartenalltag ein?

  • im Tagesablauf, Wochenablauf, Jahreslauf
  • beim Reigen (gemeinsames rhythmisch-musikalisches Kreisspiel)
  • bei musikalischen Betätigungen
  • bei rhythmischen Erzählungen
  • bei Handgestenspielen
  • bei der Arbeit

Der Tagesablauf, der sich am Atemrhythmus des Menschen orientiert:

  • Ausatmen: Erstes Freispiel ist für die Kinder individuell gestaltbar
  • Einatmen: Der rhythmisch-musikalische Teil beginnt im Morgenkreis mit Lieder, Fingerspiel, Gebet und Reigen. Danach kommt das Frühstück, welches wir zuvor mit den Kindern zubereitet haben. In dieser Phase werden die Kinder durch den Erwachsenen geführt.
  • Ausatmen: Zweites Freispiel im Garten/Wald ist für die Kinder wieder individuell gestaltbar.
  • Einatmen: Abschluss im Märchenkreis oder mit Sinnesspielen ist wieder durch den Erzieher gestaltet.

Beispiel eines Wochenablaufs > >

Der rhythmische Speiseplan
Der Speiseplan wiederholt sich auch: jedem Tag der Woche ist ein Frühstück zugeordnet
(z.B. selbstgebackene Brötchen am Montag, Müsli am Dienstag, Milchreis am Mittwoch ...). Zusätzlich dazu verwöhnen wir uns mit Gemüse und Obst der jeweiligen Jahreszeit. So können die Kinder sich das Rhythmische wortwörtlich einverleiben.

Der Jahresrhythmus
Auch das Kindergartenjahr wird rhythmisch genährt: Von Jahr zu Jahr schwingen wir uns von Jahreszeit zu Jahreszeit und von Fest zu Fest. Die Gestaltung des Jahreszeitentisches, das bewusste Vorbereiten, Durchführen und Ausklingen der Feste stärkt das Zeitgefühl und die innere Sicherheit der Kinder. Die Lieder im Morgenkreis, Reigen und bei den Kreisspielen stimmen mit der Jahreszeit überein. Kindgemäße Erlebniswelten werden innerlich erschlossen und Bewegungen zu Liedern, Klängen und Rhythmen angeregt.

Sinnespflege

Die Sinne sind die Tore zur Welt

Ein Merkmal der Waldorfpädagogik ist eine von Rudolf Steiner auf zwölf Sinne erweiterte Sinneslehre, die als Grundlage für ein gesundes Verhältnis des Menschen zur eigenen
Leiblichkeit, zur natürlichen und mitmenschlichen Umwelt dient. Mit Worten R. Steiners: „Das Kind lebt stärker als der Erwachsene in seinen Sinnen. Es ist „ganz Sinnesorgan“.
Das Kind ist den Eindrücken offen und vertrauensvoll hingegeben, aber auch schutzlos ausgeliefert.

Durch die Sinnespflege wird veranlagt:

  • ein gesundes Seinsgefühl
  • eine Grundstimmung der Zufriedenheit mit sich und der Welt
  • ein Gefühl für innere Unabhängigkeit
  • die Möglichkeit, in sich zur Ruhe zu kommen, die eigene Mitte zu finden

Der Mensch wird in seiner Gesamtpersönlichkeit gestärkt.

Durch die reiche Sinneswahrnehmung wird das Kind nach und nach die Vielfältigkeit der Welt, der Natur ganzheitlich verstehen lernen und durch eigene Bewegungskompetenz seinen Platz in ihr finden.

Naturmaterialien
Ein Kind im Waldorfkindergarten baut und spielt mit Naturmaterialien, die der Phantasie viel Spielraum schenken. Dabei wird es sehr kreativ und wird mit seiner ganzen Intelligenz auf spielerische Weise gefordert.

Urtätigkeiten
wie Weben, Brot backen, Gartenpflege usw. lassen das Kind die Welt im Zusammenhang erleben: In der Erntezeit erleben sie den Prozess des Brotbackens von seinem Ursprung
des Samenkorns bis zum Brot; über das Sähen im Frühjahr, Gärtnern, Ernten, Dreschen, das Mehlmahlen und Backen. Dabei werden die Kinder in alle Tätigkeiten einbezogen.

Bewegung im freien Spiel
Wir lassen dem Kind Zeit, aus eigenem Antrieb die Welt spielerisch und mit Begeisterung zu erobern. Dabei wird der Gruppenraum zum bewegten Raum, indem auch die Möbel wie Tische, Bänke, Spielständer, Körbe, Decken, Tücher etc. in das Spiel miteinbezogen werden. Das Kind erobert sich über die Grobmotorik seine individuellen feinmotorischen Fähigkeiten.

Hengstenberg-Geräte
Mit den Hengstenberg-Bewegungsmateralien wollen wir die Kinder in ihrer natürlichen Bewegungslust unterstützen und im täglichen Spiel zur vollen Entfaltung bringen. Die Hengstenberg-Turngeräte bieten durch ihre variable, untereinander kombinierbare und ökologische Basis eine gute Grundlage im freien Spiel. Es springen die Pferde über verschiedene Hindernisse, die Seiltänzer üben sich in immer neuen Kunststücken, die Tiere klettern über den rauschenden Bach...

Raumgestaltung und die Raumatmosphäre
wirkt sich pflegend und ordnend auf die Sinnesorgane des Kindes aus. Entsprechend der
Waldorfpädagogik wurden im Eingangsbereich warme aktive Farben wie orange und pfirsichfarben gewählt. Die rosa Farbgestaltung und die Dekoration der Gruppenräume spenden ein Gefühl der Geborgenheit, sind wohltuend und einladend. Jedes Kind in der Ganztagesgruppe hat sein eigenes Himmelbettchen, welches Geborgenheit spendet.
Alle Dinge haben ihren Platz, jeden Tag wird alles wieder in Ordnung gebracht, so dass die Kinder wissen wo sie was finden, somit können sie sich ganz leicht orientieren.

Sprache
Von der Vernunftsprache zur Herzenssprache. Wir bemühen uns um eine ehrliche und respektvolle Herzenssprache (diese klingt wohlwollend und einladend). Die Förderung im grobmotorischen Bereich begünstigt die feinmotorischen Fähigkeiten, auch in der Sprachkompetenz – Kinder mit geschickten Fingern können besser sprechen. Alle Tätigkeiten, die wir in unserem Kindergarten täglich verrichten, sowohl im Hauswirtschaftlichen, Handwerklichen oder Künstlerischen werden sprachlich oder singend begleitet.

Liebe und Ehrfurcht
dem kindlichen Wesen gegenüber ist eine der stärksten Wundermittel für die Pflege der Sinnesorgane. Körper, Seele und Geist beatmet mit Liebe, schmelzen zu einer lebendigen Gesamtheit, zu einer Einheit zusammen – zu einem einmaligen Ich.

Religiöse Erziehung

Der Waldorfkindergarten orientiert sich an den christlichen Grundwerten, ist  aber nicht konfessionell gebunden.

Wir möchten, dass:

  • Vertrauenskräfte gestärkt werden
  • der Mensch mit Achtung gegenüber anderen Menschen, Steinen, Pflanzen und Tieren umgeht
  • wir der Welt mit Staunen und Dankbarkeit begegnen

Dies begleitet uns durch den christlichen Jahreslauf.

Ernährung und Tischkultur

Da das Kind im ersten Jahrsiebt seinen Körper und seine Organe auf intensivste Weise entwickelt, ist es sehr wichtig, dass es eine gute Nahrung bekommt. Lebensmittel, die wir für die Zubereitung unserer Mahlzeiten verwenden, stammen aus der biologischen Landwirtschaft.

Gemeinsames Frühstück
Das gemeinsame Essen ist uns von besonderer Bedeutung. Es liegen darin die Anfänge zur Sozialfähigkeit sowie der ethischen Erziehung. Wir sitzen am schön gedeckten Tisch. Die Kinder üben es zu warten, bis jeder etwas auf dem Teller hat, danach kommt das Gebet. Wir wünschen uns einen guten Appetit und genießen gemeinsam das gute Essen. Zum Ende der Essenszeit bedanken wir uns für “Speis und Trank”.

Gemeinsames Mittagessen
Wir beziehen unser Mittagessen von der Waldorfschule in Darmstadt-Eberstadt. Diese verzichtet bei ihren vegetarischen und saisonal geprägten Gerichten auf Geschmacksverstärker und Aromastoffe. Stattdessen verwendet sie frische Zutaten in Bio-Qualität. Dies geht mit unseren Vorstellungen einer gesunden Ernährung einher

Vorschularbeiten

Im letzten Kindergartenjahr werden die Kinder auf die Schule vorbereitet ohne schulisches Lernen vorwegzunehmen. Somit fängt im letzten Kindergartenjahr der Tag für die angehenden Schulkinder pünktlich um 8:15 Uhr an, um sich dann den sogenannten “Schulkinderarbeiten” in Ruhe widmen zu können. Diese Arbeiten kommen aus dem künstlerisch-handwerklichen Bereich und schulen auf spielerische Weise Finger-, Hand- und Kopfkoordination sowie die Durchhaltekraft und bereiten das Kind leiblich und geistig auf die Schule vor.

Das Konzept der Schulfähigkeit umfasst als Basis die emotionale Seite, wie Belastbarkeit, das Zurückstellen persönlicher Wünsche, das Verkraften von Misserfolgen, den Mut für scheinbar unlösbare Aufgaben und den Willen zum Lernen; die soziale Komponente mit zuhören, verstehen, ausführen und das kollektive sich angesprochen fühlen. Zudem die motorische Komponente, wie Finger-Hand-Geschicklichkeit, Eigeninitiative und Innen- und Außenwahrnehmung und zudem die kognitiven Fähigkeiten, wie Konzentration, Ausdauer, Neugier und Lerninteresse.

Einmal in der Woche bietet eine Waldorflehrerin aus der Waldorfschule Darmstadt Spielturnen zur basalen Sinnespflege für die angehenden Schulkinder an.

Stellenausschreibung

Der Waldorfkindergarten Darmstadt sucht:

STAATLICH ANERKANNTE/R ERZIEHER/IN (m/w/d) - in Vollzeit oder Teilzeit - mit Waldorfausbildung oder der Bereitschaft zur Weiterqualifikation

> Eine/n KINDERGARTEN-EURYTHMISTIN/EN (m/w/d) auf Honorarbasis (ggf. in Kooperation mit der Waldorfschule Darmstadt Teilzeitbeschäftigung möglich).

> Ab sofort ein/e STAATLICH ANERKANNTE/R ERZIEHER/IN (m/w/d), GERNE IM RUHESTAND, die/der auf 450€-Basis unsere Ganztagesgruppe flexibel in der Zeit zwischen 12.00-16.30 Uhr unterstützen möchte.

> SPRINGERKRAFT (m/w/d) für den Nachmittag
> FSJ-KRÄFTE (m/w/d)
> JAHRESPRAKTIKANTEN/INNEN (m/w/d)

Wir wünschen uns motivierte, zuverlässige und reflektierende Persönlichkeiten mit Herz und Initiative, die Freude an der Arbeit mit Kindern und die Interesse an zeitgemäßer Waldorfpädagogik haben.
Haben wir Ihr Interesse geweckt? Dann freuen wir uns auf Ihre aussagekräftige und vollständige Bewerbung – gerne auch per Mail. >> Kontakt

Haben wir aktuell keine ausgeschriebenen Stellen oder entsprechen diese nicht Ihrem Profil? Gerne können Sie uns auch eine Initiativ-Bewerbung übermitteln. >> Kontakt